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César Manrique
Lanzarote und César Manrique. Manrique wächst in der Nähe der Lagune „San Ginés“ auf. Er hat einen Bruder und zwei Schwestern, eine von ihnen sein Zwilling. Er besucht die Schule in Lanzarote und belegt später einen Kurs zum Städtebaumeister an der Universität von La Laguna auf Teneriffa. Manrique verbringt die Sommerurlaube mit der Familie im Nordwesten Lanzarotes in Caleta de Famara, einem kleinen Fischerdorf. Die dortige Steilküste und die schnell sich ändernden Wetterlagen mit ihrem wechselnden Farbenspiel auf den Felsen beeindrucken ihn in seiner Jugend schon sehr. Bereits im Alter von 23 Jahren hat er seine erste Ausstellung in Arrecife, der Hauptstadt Lanzarotes. 1945 besucht er die Schule der Schönen Künste „San Fernando“ in Madrid, wo er 1950 den Meistertitel für Zeichnen und Malen bekommt. 1954 wird Manrique mit anderen gleichgesinnten Künstlern zusammen Vorreiter des Surrealismus. Er eröffnet Spaniens erste nichtbildliche Kunstgalerie „Fernando Fé“ in Madrid. 1964 lädt Nelson Rockefeller den Künstler zu sich in die USA ein, wo er in Houston und New York in der Galerie „Catherine Viviano“ seine Ausstellung für die nächsten vier Jahre sicherstellt. Zurück auf Lanzarote, entschließt Manrique sich, seine Heimatinsel in einen der schönsten Plätze der Welt zu verwandeln. Für diesen Plan kann er Pepin Ramírez, einen alten Freund der Familie, der inzwischen Präsident der Inselregierung ist, gewinnen. Der Plan beinhaltet, nur die traditionelle Bauweise Lanzarotes zuzulassen, auf mehr als zweistöckige Bauwerke zu verzichten, und sogar alle Werbeplakate von den Straßen der Insel zu entfernen. 1968 spricht die Regierung sogar ein Verbot für Reklameanhäufungen aus. Manrique fährt selbst über die Insel, um die Bevölkerung vom lanzarotenischen Architekturstil zu überzeugen. Gemeinsam mit dem Künstler und Freund Luis Ibañez kauft er ein altes Haus in Yaiza. Es ist eines der drei nach den Vulkanausbrüchen von 1730 bis 1736 stehengebliebenen Häusern. Zuerst will er es als Atelier verwenden, doch 1970 baut er es in das Restaurant „La Era“ um.Auf einem Ausflug in Tahíche entdeckt Manrique 1970 einen Feigenbaum, dessen grüne Spitze aus dem erstarrten schwarzen Lavastrom herausragt. Er entschließt sich, an dieser Stelle sein Wohnhaus zu errichten. Die Besitzer des Landes wollen keine Bezahlung, da sie es für wertlos halten, und bitten Manrique sogar, sich so viel Land zu nehmen, wie er braucht. Der Künstler stellt beim Bau des Hauses insgesamt fünf Lavablasen fest, die er ausbaut, und zu verschiedenen Wohnräumen umgestaltet. Hier wird 1982 seine Stiftung (Fundación) gegründet. 1974 eröffnet Manrique das Mehrzweckkulturzentrum „El Almacén“ in Arrecife, das einen internationalen Treffpunkt für Kunstinteressierte darstellen sollte. Die Kunstgalerie „El Aljibe“ soll Künstlern die Möglichkeit bieten, ihre Werke erstmals auf Lanzarote auszustellen. 1988 zieht Manrique in ein von ihm wieder aufgebautes Bauernhaus in Haría. Am 25. September 1992, in der Mittagszeit, kommt Manrique nur etwa 45 Meter vor seiner Stiftung (Fundación) in Tahíche durch einen Verkehrsunfall ums Leben. Manrique war dafür verantwortlich, dass der Massentourismus auf Lanzarote in gemäßigten Bahnen verlief. Er setzte sich dafür ein, die landschaftliche und kulturelle Identität seiner Heimatinsel zu bewahren und zu erhalten, weshalb die Inselregierung ihn im September 1995 postum zum „Bevorzugten Sohn“ der Insel erklärte, und damit ihren Dank an den Einsatz des Künstlers zum Ausdruck bringt. Gleichzeitig verpflichtete sich die Inselregierung, den Weg Manriques zukünftig weiter zu gehen. Stiftung - Fundación César ManriqueDie Fundación César Manrique ist von Manrique und einer Gruppe von Freunden 1982 gegründet und im März 1992 offiziell eingeweiht worden. Bei der Fundación handelt es sich um eine private, kulturelle Stiftung, die sich finanziell selbst trägt, keinen Erwerbszweck verfolgt, und aus dem Auftrag der Förderung und Verbreitung der künstlerischen Tätigkeit und ihrem natürlichen und kulturellen Umfeld entstand. Die Stiftung ist heute im Haus des Künstlers und den dazugehörigen Wirtschaftsgebäuden untergebracht. Der gesamte Komplex ist von Manrique selbst umgestaltet worden, um ihn an seine neue Funktion eines Museums anzupassen. Auszeichnungen
KunstManrique versteht Kunst als enge harmonische Verbindung zwischen Mensch und Natur. Die Assoziation „Aschehaufen und Trümmerfeld“, die viele Touristen mit der Kargheit der Vulkaninsel Lanzarote verbinden, hat Manrique zeit seines Lebens missfallen. Hauptmerkmal seiner architektonischen Kunst ist die Integration von Felsen, Stein und erstarrten Lavaströmen in einen harmonischen Wohn- und Lebensraum. Er nutzt die unbearbeiteten Naturmaterialien häufig im Kontrast mit runden, weichen, von Hand gestalteten Formen. Oft sind die Farben Schwarz und Grau (Lavagestein) und Weiß (Kalk und Lack) zu finden. Die Atmosphäre dieser Kunsträume wird meistens mit sinnlicher, meditativer Musik untermalt, so dass der Besuch seiner Attraktionen zu einem Wahrnehmungsgenuss werden kann. Außerhalb der Räume versteht es Manrique immer wieder, auch auf Verkehrsinseln mit großen Windspielen zu überraschen, die der raue Passatwind bewegt. Manrique versteht sich selbst zuerst als Maler. Ihm wird in der spanischen Bewegung der abstrakten Kunst eine Pionierrolle zugeschrieben, und er wird als Vorreiter des Surrealismus begriffen. Die Einfachheit und Klarheit seiner Gemälde sowie seiner architektonischen Werke greifen immer wieder die Symbiose von Mensch und Natur auf, und veranschaulichen auf unterschiedlichste Weise die Naturschönheiten. Er belässt die Natur, wie sie ist, und versucht nur, ihre Schönheit künstlerisch einzurahmen, um sie hervorzuheben, und um andere Menschen an ihr zu erfreuen. Das Zitat Manriques "Mit absoluter Freiheit zu schöpfen, ohne Ängste und Rezepte, tröstet die Seele und öffnet einen Weg für die Freude, zu leben" verdeutlicht seine Lebensfreude und seine Haltung, kompromisslos das zu leben und umzusetzen, was er denkt. Werke
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